Berlin/Köln (ddp-nrw). Nach dem Unfall im Kölner Hauptbahnhof mit einem Intercity-Express (ICE) der Deutschen Bahn hat die Staatsanwaltschaft Köln Ermittlungen gegen den Konzern eingeleitet. «Wie haben einen Anfangsverdacht der Gefährdung des Bahnverkehrs», sagte ein Sprecher der Behörde am Freitag. Bei dem Unfall war am Mittwoch ein ICE wegen einer defekten Radsatzwelle aus den Schienen gesprungen und hatte über Stunden den gesamten Zugverkehr blockiert. Der Vorgang wird derzeit von einem Gutachter untersucht.
«Spiegel Online» zufolge sollen die Räder oder Achsen des Zuges schon deutlich früher beschädigt gewesen sein, womöglich sogar schon bei Verlassen des Bahnhofes am Frankfurter Flughafen. Passagiere sollen sich mehrfach bei Zugbegleitern über verdächtige Geräusche beschwert haben. Möglicherweise sei der Zug mit Rad- oder Achsendefekt auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Köln gefahren, wo Geschwindigkeiten von bis zu 330 Kilometer pro Stunde erreicht werden.
Unterdessen müssen Bahnkunden seit Freitag im Fernverkehr mit Behinderungen rechnen, da die Deutsche Bahn ihre ICE-3-Züge zu zusätzlichen technischen Überprüfungen in die Werkstätten zurückgerufen hat. Der überwiegende Teil der deutschen Fernverbindungen werde von den Zugausfällen aber nicht betroffen sein, teilte die Bahn mit. Für aktuelle Informationen über Fahrplanänderungen stünden die kostenlose Telefonauskunft unter der Nummer 08000/996633 und die Internetadresse bahn.de/aktuell zur Verfügung.
Bei der Aktion handle es sich um eine Vorsichtsmaßnahme, teilte die Bahn weiter mit. «Die Sicherheit unserer Fahrgäste hat oberste Priorität und daher wollen wir jedes Risiko von vornherein ausschließen», sagte Personenverkehrsvorstand Karl-Friedrich Rausch. Die Bahn bedauere Zugausfälle und Komforteinschränkungen, wolle aber auf Nummer sicher gehen.
Quelle: www.koeln.de

